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Stiftung NRW
Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen
Didier A. Ahadsi


Togo direkt - Skulpturen von Didier A. Ahadsi

Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer
08. Juni - 20. Juli 2008

Didier Amevi Ahadsi wurde am 23.05.1970 in Vogan/Togo geboren. Dort verbrachte er seine Kindheit und Grundschulzeit. Da die finanziellen Mittel für einen weiterführenden Schulbesuch fehlten, begann Ahadsi schon als Kind, aus Abfalldosen Blechautos zu bauen und auf dem örtlichen Markt zu verkaufen. Sein offensichtlich handwerklich-gestalterisches Geschick veranlasste seinen Onkel, Besitzer einer Autowerkstatt in Lomé, den Jungen für eine Ausbildung im Karosseriebau in die Hauptstadt zu holen. Ahadsi lernte und arbeitete zunächst 11 Jahre in der Werkstatt seines Onkels, um sich dann nach zwei weiteren Gesellenjahren mit einer eigenen Reparaturwerkstatt selbständig zu machen. Leider blieben zahlende Kunden aus. In dieser finanziellen Notlage besann er sich auf seine künstlerischen Fähigkeiten und fertigte aus den Materialien, die ihm in seiner Werkstatt zur Verfügung standen, Metallskulpturen an. Seine Arbeiten, die er vor seinem Haus Passanten anbot, wurden mit Begeisterung angenommen.

Seinen ersten Auftrag erhielt der Künstler schließlich von einer Dame aus der königlichen Familie, die für ihren Fufu-Imbiss die Figur einer Fufu-Stampferin bestellte. Diese Figur fand ihren Platz im Kanon der religiösen Kunst und wurde beopfert. In den traditionell-religiösen Bereich gehört auch ein Voodoo-Priesterpaar, das dem Afrika-Reisenden und Sammer Karl-Heinz Krieg 2002 auf dem Markt in Lomé angeboten wurde. Krieg war so begeistert von den Figuren, dass er Ahadsi in seiner Werkstatt aufsuchte ihm weitere Skulpturen in Auftrag gab. So entstanden in den letzten vier Jahren Arbeiten zu unterschiedlichen Themen: Marktverkäuferinnen und Bananenträger, Fußballspielerinnen und Hochzeitspaare, Zahnarztpraxen, Büros und Fahrzeuge aller Art. In allen Skulpturen ist Ahadsis Begeisterung für die technischen Details seiner Objekte präsent: der Drehstuhl ist selbstverständlich drehbar, Teile des Caterpillars sind beweglich, die Getreidemühle könnte sofort zum Einsatz kommen.

In den Werken Ahadsis spiegeln sich seine direkte Umgebung, das bewegte städtische Leben und die städtische Bildkultur, die durch laute Reklametafeln geprägt ist. Realitäten und Fiktionen fließen ineinander.

Sammlung Karl-Heinz Krieg



Foto Klaus Gärtner