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Ulrike Schnorpfeil - FARBEN
Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer
25. Oktober - 07. Dezember 2008
Von der Ausstellung Ulrike Schnorpfeils 1998 im Medienzentrum Ratingen berichtete die Presse:
Rätselbilder müssen kreativ aufgenommen werden
Sehenswerte Ausstellung: Bilder der Kontemplation und Besinnung von Ulrike Schnorpfeil im Medienzentrum
"(...) Seit Mai ist im Medienzentrum Ratingen eine Kunstausstellung der in Düsseldorf lebenden Künstlerin Ulrike Schnorpfeil zu sehen: Bilder der Kontemplation. Die wörtliche Übersetzung dieses Begriffes meint „in sich gekehrte, auf das Übersinnliche gerichtete Beschaulichkeit“. Etwas Mystisches scheint diesem Wort eigen, und dieser Begriff meint letztlich auch: Versenkung und Erkenntnis. Schnorpfeils Bilder sind auf großen rahmenlosen Leintüchern gemalt. Auf den dunklen Farbtönen des Hintergrundes sieht man prächtige, formlose Farben, die in einem Moment der Bewegung erstarrt zu sein scheinen, phantastische Farbgebilde, die die Phantasie anregen. Wollte man Vergleiche aus der Figuration heranziehen, käme man zu Feuer, herunter gelaufenem Kerzenwachs, vereinzelte Blitze, blutende Wälder, fremdartige, phantastische Gewächse.
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Aber es hat wenig Sinn, diese Bilder – Titel gibt es nicht – auf Formen und konkrete Figurationen festzumachen und einengen zu wollen. Ihnen ist ein Rätsel und ein Geheimnis inne, das vom Betrachter kreativ aufgenommen und reflektiert werden will. Obschon – es gibt keine „Lösung“. Die Farben changieren, es entstehen kaum erklärbare Farbschattierung, die in all ihren Nuancen unsere Wahrnehmung herausfordern. Es ist kein ästhetischer Selbstzweck, den die Künstlerin in ihren Bildern betreibt. Kontemplation heißt ausruhen, versinken, Spiritualität spüren, im Alltag verarbeiten und neue Kraft und Lebensenergie daraus schöpfen können. Es geht um das Versinken-können in etwas, aber auch wieder auftauchen und das Gewonnene mitnehmen können. Das Ziel dieser Bilder könnte sein: unsere Sensibilisierung gegenüber Farben und Formen zu erhöhen. Gerade die Formlosigkeit ist es hier, die eine Abstraktion der Gefühlsempfindungen beim Betrachter einleiten kann und soll.
Die Werke Schnorpfeils lassen einen unprätentiösen Umgang mit Farbigkeit spüren. Die 1954 in Kassel geborene Künstlerin studierte in Düsseldorf bei Prof. Schwegler und arbeitete von 1991 bis 1993 als Kunstlehrerin in Botswana/Afrika. Sicherlich ist die Farbigkeit der dortigen traditionellen Kunst aufgenommen und verarbeitet worden, vermischt mit abendländischen künstlerischen Ausdrucksformen, die an die Philosophie der Spätromantik erinnern. (...)."
WZ - Ratingen, 07.07.1998